Montag, 23. Januar 2012
pecunia olet
claquecoeur in 'Zeug'

Der Tausch von Waren gegen Geld (oder umgekehrt) ist bekanntermaßen mit vielen Problemen behaftet - gelegentlich auch über die volkswirtschaftliche Betrachtungsweise hinaus.

So bekam ich neulich einen 10€-Schein in die Hand gedrückt, der mich einmal mehr darin bestärkte, dass mein Vater recht hatte, als er uns Kindern beibrachte, dass auch Geld schmutzig sei und man sich die Hände waschen solle, da man nie wisse, was die Leute vorher gemacht hätten seine Beispiele waren z.T. recht plastisch: am Hintern kratzen zählte dazu.

Jedenfalls wollte die mundgeruchbehaftete ältere Dame sichergehen, dass sie mir tatsächlich nur einen Zehner gab. Aus diesem Grund schleckte sie ihre Finger sehr nachhaltig ab, rieb den Schein zwischen den Fingern, bis diese endlich alle Feuchtigkeit an das Papier abgegeben hatten und überreichte mir den Schein.
Lecker!



Montag, 16. Januar 2012
Nachtwaschung
claquecoeur in 'aergerlich'

Kam eben vom Training nach Hause und musste mich um halb 11 Uhr abends noch unter der Dusche stellen und zwar nicht, weil ich wirklich ins Schwitzen geraten wäre (schon traurig genug, wenn man bedenkt, dass es derzeit um meine Kondition nicht zum Besten bestellt ist), sondern weil die Halle absolut wi-der-lich riecht.
Wenn man sie betritt merkt man es noch nicht so richtig. Der Geruch schleicht sich aber in Kleidung und Haare und setzt sich dort derart nachhaltig fest, dass -so die Empirie- selbst dreitägiges Lüften von Anorak, Rucksack u.ä. nicht ausreichen!
Es handelt sich um eine überaus merkwürdige Mischung: Einerseits der Geruch von Räumen, in denen früher viel geraucht wurde, dann der Geruch von abgetragenen Lederjacken wohl auch eher einer rauchenden Person, andererseits der Geruch den diese alten, dünnen blauen Matten verströmen, wenn man auf ihnen liegt -> nach altem, leicht sprödem Gummi, vermischt mit mannigfaltigen olfaktorischen Transpirationsüberbleibseln und schließlich ist da noch irgendwas wenig erquickendes.... ???
Ich föne dann mal weiter und denke über einen Sportartwechsel nach.



Montag, 9. Januar 2012
claquecoeur in 'Zeug'

Fersensprint über eine der dicht befahrenen Einfallstraßen, das Kind am gebeugten Arm vor sich hertragend....
Guckt außer mir denn niemand mehr Leichtathletik-WM?
Außerdem erinnerte mich diese Transportform ein wenig an die Eltern, die ihre in Kinderwagen oder Buggy befindlichen Kinder vor sich her auf die Kreuzung schieben, um selber besser zu sehen.



Dienstag, 3. Januar 2012
Zeichenflüsterer
claquecoeur

Kann sich noch jemand daran erinnern, als dieses "Gebt einander ein Zeichen des Friedens und der Vergebung" eingeführt wurde?
Vielleicht gab es das in anderen Regionen schon früher, ich kann mich jedenfalls an die Einführung bei uns noch erinnern. Ich hielt das damals für eine ganz nette Idee. Mal was anderes und schon beinahe interaktiv (jedenfalls für Kirche), zumal es die Katholiken bekanntlich sonst nicht so sehr mit Neuerungen haben.
Man kann schon froh sein, dass der Gottesdienst üblicherweise nicht mehr auf Latein gehalten wird, sonst erginge es uns allen wie den griechisch-orthodoxen Christen, die mehrheitlich kein Altgriechisch verstehen und dem Gottestdienst daher nur bedingt folgen können.
Leider gibt es diese Aufforderung zum Zeichengeben noch immer und zwar jedes Mal (zumindest wenn ich da bin)!!!
Wenn sie es sich für ein paar Termine im Jahr vorbehielten, hätte ich gar nichts dagegen, dann wirkte es auch nicht ganz so sinnentleert und zwanghaft.
Ich war neulich aus gegebenem Anlass mal wieder im Münster (normalerweise genügen bei Bedarf auch kleinere Kirchen, aber nun sollte es wieder mal mehr sein, Bischof gucken und so, Sie verstehen) und beschwerte mich schon vorher, dass es bestimmt wieder das blöde Zeichen gebe.
Was soll ich sagen? Natürlich gab es das.
Bei mir führt das ja leider zum Gegenteil dessen, was der Name nahelegt, ich bekomme Aggressionen, wenn ich nachgerade genötigt werde, 10 Minuten allen Menschen um mich herum die Hand zu schütteln und zu flüstern "Der Friede sei mit Dir."
Vielleicht sollte ich mir fürs nächste Mal ein paar Friedenszeichen ausschneiden und verteilen.



Mittwoch, 2. November 2011
à la mode
claquecoeur in 'Zeug'

Die Streifenhörnchenzeit geht ihrem Ende zu und mir ist es gelungen mich dieser Mode ebenso zu verweigern wie der mit den spitzen Schuhen.
Meine Haltung gründet nicht zuletzt auf den zahlreichen vielfarbigen Hummeln, die zu erblicken ich in den letzten Monaten und Jahren gezwungen war und das, obwohl doch schon Obelix verkündete: "Jeder weiss doch, dass nur Längsstreifen schlank machen."
In diesem Sinne bin ich gespannt auf das nächste flächendeckende Diktat.